Architektur- und Kunst-Führung Köln

Schule des Sehens: Preußische Architektur

Architektur-Führung mit Dr. Ute Fendel

Die neue Reihe von Rundgängen zur Architektur in Köln lädt zum - genau(er)en - Hinschauen ein, eben Stilkunde zum Mitmachen. Es geht um Freude beim Entdecken von mehr oder weniger offensichtlichen Details und Vergnügen beim Erkennen der verschiedenartigen Möglichkeiten baulichen Ausdrucks. Insbesondere das 19. und 20. Jahrhundert zeichnen sich - befördert vom technischen Fortschritt - durch reiche stilistische Vielfalt aus. Die gilt es, mit kritisch geschultem Auge einzuordnen und sodann vielleicht gar wertzuschätzen. Köln wurde unter preußischer Regentschaft zur Festungsstadt ausgebaut. Bis heute prägend sind die zahlreichen Fort-Anlagen, die ringförmig um die Stadtmauer angelegt wurden. Auch der 1854 fertig gestellte Malakoff-Turm am Rhein gehört in die Kategorie der Militärbauten. Die Militärverwaltung errichtete zudem drei Wachgebäude im heutigen Zentrum, von denen lediglich die 1841 fertig gestellte "Alte Wache" neben dem Zeughaus erhalten blieb. Von der baulichen Qualität des Regierungspräsidiums, das nach Plänen des königlich-preußischen Regierungs-Bauinspektors Matthias Biercher 1830-32 errichtet wurde, zeugt heute nur noch der östliche Seitenflügel. Beispielhaft für moderne bautechnische Entwicklung und bahnbrechende Konstruktionen durch den Einsatz von Eisen als Baumaterial stehen in dieser Epoche der stadtbildprägende Dreiklang von Dom, Hauptbahnhof und Eisenbahnbrücke.